Mission Bienenstich…oder: Und täglich grüßt der Hefeteig

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Jeder hat ihn bestimmt schon mal gegessen – an Omis Kuchentafel, beim Bäcker oder auf der Familienfeier im Garten – BIENENSTICH. Fluffiger Hefeteig gefüllt mit sahnigem Vanillepudding und oben drauf eine buttrig-knusprige Honig-Mandelschicht, die fast schon ein bißchen nach Sahnekaramellbonbons schmeckt. Oh ja, ich mag Bienenstich – klassisch, einfach, lecker. Aber gebacken hatte ich ihn noch nie. Und dann kam mal wieder alles zusammen. Meine Mutter fragte, ob ich für unsere Sommerfeier einen Kuchen backen könnte. Ich kramte also eins meiner Backbücher raus und da lächelte er mich an, der Bienenstich. Und als ich dann sah, dass er unter der Rubrik Hefekuchen gelistet war, erinnerte ich mich an Stefanies Aktion vom Blog Schön-und-Fein „Und täglich grüßt der Hefeteig“ und schwupps…da war mein Bienenstich auch schon angemeldet.

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Hui, und dann kam die Aufregung. Wer mich kennt, weiß ja, dass ich aufwendige Rezepte gerne meide und eigentlich eher so eine Schüttelkuchentyp bin. Und wer jetzt denkt, dass Bienenstich ja nicht so aufwendig ist, der weiß nicht, was so alles in meinem Kopf rumspukte. Wird mein Bienenstich so schmecken, wie ich ihn vom Lieblingsdorfbäcker in Erinnerung hatte? Werde ich eine sahnige Puddingfüllung hinbekommen, am liebsten ohne so viel Ei und Gelatine, aber trotzdem lecker? Und meine größte Sorge – wie schneide ich den Kuchen quer durch, ohne dass er mir zerbricht? Also, erstmal Regina anrufen und beruhigen lassen. „Alles ganz easy“ sagt sie. „Da leih ich dir mein großes Messer und den Tortenring, und dann wird das super.“ Und dann stand ich also irgendwann in Mamas Küche, karamelisierte Mandeln, schmolz Butter, ließ den Teig gehen, rührte und probierte, zwischendurch beantwortete ich meiner dänischen Verwandschaft, dass ich einen typisch deutschen Kuchen backe und dann kam der Moment – Uschi schnitt zum ersten Mal in ihrem Leben einen Kuchen quer durch. Haha, ich sehe die erfahrenen Kuchenbäckerinnen gerade schmunzelnd vor ihren Monitoren. Mit Mamas Hilfe klappte es dann aber ganz gut, wenn auch nicht perfekt. Am nächsten Tag war dann der Moment der Wahrheit – wie wird er ankommen, Uschis Bienenstich neben Erdbeer-Marzipan-Kuchen, Brownies, Schwarzwälderkirsch-Torte und Co.? Hier ein paar Momentaufnahmen: „Und Oma, wie findest du den Bienenstich – was würdest du am Rezept noch verändern?“ – „GAAAAr nichts! Der ist genau richtig!“ Juchuuuu! „Und Junomann, wie findest du den Bienenstich?“ – „Ach, der war von dir??!?!?“ Jipiiiieee! Verändert hab ich dann doch noch ein paar Kleinigkeiten. Ein bißchen mehr Zucker hier, ein bißchen weniger dort, Zitronenabrieb weggelassen…und taaaadaaaaa – hier nun endlich das Rezept für euch!

Für Uschis Bienenstich benötigt ihr insgesamt:

  • 125g Butter
  • 575ml Milch
  • 1 Würfel Hefe
  • 250g Mehl
  • 140g Zucker
  • 2 Pk Vanillezucker
  • 1 Pk Vanillepuddingpulver
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • 3 EL Honig
  • 325 ml Sahne
  • 150g Mandelblättchen

Für den Hefeteig 50g Butter in 75ml Milch schmelzen, auf Raumtemperatur abkühlen lassen und dann einen Würfel Hefe darin auflösen. 250g Mehl, 50g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei und eine Prise Salz mischen und dann die Hefemischung dazugeben und zu einem glatten Teig verkneten. Gehen lassen, bis er das Volumen verdoppelt hat. Danach durchkneten und nochmals gehen lassen.

Für die Mandelschicht in einem Topf 50g Zucker in 75g Butter schmelzen und unter rühren aufkochen lassen. Wenn der Zucker geschmolzen ist, 3 EL Honig, 75g Sahne und 150g Mandelblättchen dazugeben und abkühlen lassen.

Hefeteig leicht ausrollen und in eine gefettete Springform legen, dann Mandelmasse darauf verteilen, Teig nochmals 10min gehen lassen. Dann bei 160°C Ober/Unterhitze ca. 20-25 Minuten backen. Abgekühlt waagerecht halbieren. Whohoooo!

An dieser Stelle noch ein paar weitere Tipps: Meine Tante macht dass immer mit ’nem Bindfaden, den sie um den Kuchen legt und dann einen Knoten festzieht. Klingt voll toll, hat bei meinem zweiten Versuch aber nicht geklappt, der Kuchen war zu fest und der Faden ist leider gerissen. Vielleicht nur was für ganz leichten Biskuitteig. Oder ihr teilt den Teig in zwei Hälften, backt einmal ohne und einmal mit Mandelschicht, dann spart ihr euch die ganze Zerteilerei! 🙂

So, und am Ende die Füllung. Wie schon erwähnt, ist die klassische Variante mit 5 Eiern und Gelantine. Ist Geschmackssache. Ich finde ja einfachen Vanillepudding am leckersten. Einfach ein Päckchen Vanillepuddingpulver wie auf der Packung angegeben mit 500ml Milch und 40g Zucker aufkochen und abkühlen lassen. Wer es besonders sahnig mag (wie ich), der schlägt noch einen Becher Sahne mit einem Päckchen Vanillezucker steif und hebt die Sahne vorsichtig unter den abgekühlten Pudding. Tortenring um den unteren Hefeteigboden, Füllung daraufgeben, Mandeldeckel draufsetzen und noch 2 Stunden kalt stellen.

Und dann am besten zusammen mit einer Tasse Kaffee in freundlicher Gesellschaft von Omi auf der Terasse genießen!

Wer auf den Geschmack gekommen ist, bei Schön und Fein gibt es bald noch viel mehr leckere Hefeteigrezepte! Unbedingt mal reinklicken!

Adieu und bis bald,

Eure Uschi

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Geht IMMER: Oma’s Streuselkuchen

Im Nachbardorf gibt’s immer noch keine Erdbeeren. Und obwohl ich diese kleinen roten leckerschmecker Beerchen auch wirklich über alles liebe, gibt es ja noch eine wahnsinnig tolle Alternative, auf die ich jedes Jahr mindestens genauso warte: RHABARBER!!! Ist zwar genau genommen ein Gemüse, aber darüber denken wir einfach mal nicht weiter nach und backen einfach drauf los.

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Während Flippi mit Elisabeth ein Nickerchen hält, rühren wir schnell mal meinen Lieblingskuchen zusammen – keine fancy Torte oder aufwendige Kreation mit allerlei Schnickschnack, sondern ein einfacher Streuselkuchen mit Obst drin. Wahrscheinlich werde ich noch öfter schreiben „heut backen wir meinen Lieblingskuchen“ – das liegt daran, dass ich generell ganz verliebt in Kuchen bin und zu Euphorie neige – aber dieser hier ist wirklich mein Lieblingskuchen. Ehrlich!

Das Rezept begleitet mich schon seit ich meinen Nordi kenne – der hat es von seiner Omi. Und Rezepte von Omis sind ja eh immer die Besten! Bei meiner Omi sah es früher am Wochenende auch immer aus, wie in einer Konditoreibackstube, denn jeder im Dorf hat ständig bei ihr Kuchen bestellt. Vielleicht hat das auch etwas abgefärbt…hängen geblieben ist auf jeden Fall ihr Tipp: die Backschüssel nur zum Backen verwenden. Nichts anderes darin zubereiten. Als mein Mitbewohner Markus damals in der WG mal Salat in meiner Backschüssel gemacht hat, bin ich deshalb fast ausgeflippt. Ich werde seinen Blick nie vergessen. Er dachte wohl ich scherze, bevor er feststellen musste, dass ich scheinbar wirklich eine enge Bindung zu meiner Backschüssel hatte. Ich glaube, er fühlte sich sogar etwas schlecht, der Arme.

Natürlich habe ich eine neue Backschüssel, oder 2,3…naja ein paar, und in eine dieser Schüsseln gebe ich jetzt 125g Margarine oder Butter und 125g Zucker und rühre beides mit dem Mixer schön cremig. Nebenbei wird der Ofen noch auf 180° Ober-Unterhitze vorgewärmt – bei Umluft immer etwas weniger, so ca. 160°, ich backe allerdings immer Ober-Unterhitze 180°. Jetzt noch 3 Eier Größe M hinzufügen und schön weitermixen. Dann 200g Mehl, 2TL Backpulver und etwas Vanillepulver dazugeben und zu einem glatten Teig verarbeiten. Der wandert dann in eine gefettete 28er Springform und wird glatt gestrichen.
Nun ein paar Stangen Rhabarber waschen, in Stücke schneiden und auf dem Boden verteilen. Die Haut des Rhabarbers muss nicht abgezogen werden….yaaaay wie praktisch!

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Für die Streuseln nochmal 125g Margarine oder Butter mit 125g Zucker vermixen und dann mit 200g Mehl zu Streuseln verkneten. Ich nehme für „die Knetung“ meistens meine Hände – funktioniert immer noch am Besten! Ein paar Streuseln naschen, den Rest schön über den Kuchen verteilen und zum Schluss noch ca. 1EL Zucker über die Streuseln streuen. Dann ab in den Ofen und goldbraun backen.

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Wer keinen Rhabarber mag, kann natürlich auch jedes andere Obst benutzen! Fantastisch ist dieser Streuselkuchen mit Äpfeln, Birnen, Kirschen, Zwetschgen….ein wahres Multitalent! Schmeckt am Besten noch lauwarm mit Sahne!

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Guten Appetit,
eure Regina