It’s Teatime, Baby! Und warum Pinienkerne die neuen Mandeln sind…

Draußen wird es gerade gar nicht mehr hell, Novembertage, wie sie im Buche stehen, grau in grau, Nebel, nur ab und zu lugt die Sonne durch die Kuschelwolken (hihi), denkt sich „Oah, nee, November mag ich hier oben ja irgendwie nicht, ich lass mich lieber in Australien am Strand sehen“ und haut wieder ab. Aber irgendwie mag ich ja diese Zeit zwischen goldigem Oktober und heimeliger Adventszeit, die Vorfreude auf die Vorfreude macht sich breit und man kuschelt sich auf seine Couch mit einem guten Buch und trinkt – jaaaaaa- Tee! It’s Teatime, Baby! Meine absolute Neuentdeckung: Grüner Roibuschtee! Und der hat irgendwie gar nichts mit bitterem grünen Tee zu tun und auch nichts mit dem leicht muffigen roten Roibuschtee. Grüner Roibusch vereint sozusagen nur die positiven Eigenschaften der beiden. Er ist frisch, sanft, gesund, hat wesentlich weniger bittermachendes Tannin als herkömmlicher schwarzer oder grüner Tee, ist koffeinfrei und eignet sich wunderbar als Grundlage für leckere Aromen. Zum Beispiel für meine Lieblingsgewürzmischung von Sonnentor, der Flower-Power-Gewürzmischung. Ich lieeeeebe diese Mischung aus Blütenblättern, Vanille, Zimt, Nelken und Ingwer. Normalerweise nehme ich das immer zum Backen, aber einen halben Löffel zum grünen Rotbusch gemischt, und der Tee schmeckt wundervoll blumig, weihnachtlich und macht ganz doll glücklich.

Tee mit Pinienkernplätzchen und Gebäckzange

Hach, und da sitz ich da, trinke meinen Glücklichmachertee und schmöker in meinen Rezeptbüchern nach leckeren Weihnachtsplätzchen und da sind sie, die leicht goldig gebackenen Zuckerplätzchen mit Pinienkernen on top! Haben wir nicht noch ein angefangenes Tütchen mit Pinienkernen vom letzten Salat da? Und schwups, stehe ich auf einmal mit Rührbesen in der Küche und backe spontan Pinienkernebutterplätzchen. Die sind, ihr könnt es euch denken, total einfach, aber einfach mal so lecker! So ein bißchen wie Heidesandplätzchen, nur mit Pinienkernen. Wunderbar! Ihr wollt sie auch? Hier ist das Rezept, welches ich übrigens aus dem goldenen Weihnachtskochbuch von GU habe.

pinienkern biscotti_1

Für etwa 30 Plätzchen braucht ihr 200g weiche Butter, 50g Puderzucker, 1 Prise Salz, Vanille (ich habe eine halbe Schote ausgekratzt, aber ein Päckchen Vanillezucker tuts sicher auch), 200g Mehl, 3 EL einfachen Zucker und Pinienkerne zum Verzieren (ca. 40g).

Ihr heizt den Backofen auf 180 Grad vor und bereitet zwei Blech mit Backpapier vor. Dann die weiche Butter mit dem Puderzucker, dem Salz und der Vanille cremig rühren. Das Mehl dazu, bis der Teig bröselig wird. Ruhig ein bißchen mehr nehmen, wenn’s noch zu feucht ist. Dann etwa walnussgroße Kügelchen auf das Backblech geben, aber schön mit Abstand und so, ne? Nun werden die Kugeln mit dem einfachen Zucker bestreut und mit einem Glas leicht platt gedrückt. Jetzt kommen endlich die Pinienkerne ins Spiel. Ein paar auf jedes Plätzchen geben und erneut mit dem Glas platt drücken, sie sollten nicht höher als 1cm sein. Nun etwa 10 Minuten goldbraun backen, Vorsicht, sie dürfen nicht zu dunkel werden! Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und dann mit einem Glückstee genießen.

November, so schlecht bist du doch nicht…

Adieu und bis bald,

Eure Uschi

pinienkern biscottiTee mit Pinienkernplätzchen

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Herbstliche Bratapfelkekse

Bratapfel-Cookies

Erinnert ihr euch an meine Schwarzwälder-Kirsch-Desserts, die ich damals bei einer Aktion von Frau Knusper vom Knusperstübchen verlinkt hab? Seit diesem Zeitpunkt lese ich den Blog von ihr regelmäßig und meine Liste der leckeren Dinge, die sie vorgebacken hat und die ich unbedingt mal nachbacken will, wird seit dem immer länger. Bei jedem neuen Rezept läuft mir das Wasser im Mund zusammen und doch sind es keine fancy Kreationen, die man sich nicht traut, sondern wundervoll zimtige, streuselige, hefeteigige Versionen, bei denen man sich jeden Tag den Kaffeetisch von Omi herbeisehnt, so mit bollerndem Ofen im Hintergrund, einer schnurrenden Katze auf dem Schoß und Regentropfen, die ans Fenster klopfen. Und dabei ist Frau Knusper dann auch noch so wundervoll auf dem Boden geblieben, erzählt von ihrem kaputten Herd oder ihrer lieben Omi, die ihr beim Fotoshooting hilft. Und was ich ja besonders mag, wenn das Gebackene so wundervoll beschrieben wird, dass man schon beim Lesen weiß, wie es schmecken wird.

So genug geschwärmt, ich habe es nun auch endlich mal geschafft, einen Teil der erwähnten Liste „abzubacken“ und es wurden Frau Knuspers Bratapfel-Crumble-Muffin-Cookies, die ich einfachheitshalber mal herbstliche Bratapfelkekse genannt habe und die einfach wundervoll nach gebackenen Mandeln, Marzipan, Zimt, Butterstreuselkuchen und ja, natürlich, Bratapfel schmecken. Und das alles auf einmal! Außen knusprig, innen fluffig-weich wie ein Muffin, muss ich noch mehr schreiben? Letzte Woche nahm ich eine große Keksdose mit ins Büro und die Dinger waren innerhalb von 10 Minuten weg und die traurigen Kollegen, die leider keinen zweiten mehr abbekommen hatten, fragten mehrfach nach dem Rezept, sogar die Männer! Hah, Frau Knusper, das Kompliment geht an dich! Und nun für alle, die in weniger als einer halben Stunde diese leckeren herbstlichen Bratapfelkekse backen wollen, hier geht es zum Rezept!

Wenn ihr jetzt loslegt, dann könnt ihr sie heute nachmittag schon zum Kaffee knuspern! Also los!

Einen wundervollen bratapfeligen Sonntag wünscht Euch,

Eure Uschi

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Vanille-Knusper-Wolken für die Kleinen

babykekse

Letztens habe ich uns zum Kaffee aus meiner geliebten Cupcakery Marshalls Mum zwei sündige Cupcakes mitgebracht – Schokolade, Buttercreme und natürlich ganz viel Zucker! Herrlich! Und während wir da so genußvoll die süße Buttercreme vom Löffel lecken, guckt uns Augustinchen mit großen Augen an und wirft ihren Hirsekringel im hohen Bogen über die Balkonbrüstung. Also, nichts gegen Hirsekringel, Dinkelstangen und Reiswaffeln aus dem Laden, sie haben mich unterwegs schon oft gerettet, aber manchmal immer ist selbstgemacht doch einfach besser. Und so kam ich darauf, Baby-Kekse einfach mal selber zu backen und meine Vanille-Knusper-Wolken und die kleinen Regenschirme passen doch herrlich zum aktuellen Wetter, oder?

Ihr braucht für ein Blech folgende Zutaten:

  • 250 Gramm Mehl und ein bißchen zum Verarbeiten
  • Eine Prise Backpulver
  • 75g weiche Butter
  • 75ml Apfelsaft
  • das Ausgekratzte einer halben Vanille-Schote
  • Nach Belieben noch einen Schuß Agavendicksaft (wenn’s dann doch ein wenig süßer werden soll)

Ich habe einfach alle Zutaten verknetet, ausgerollt, ausgestochen und ca. 15 Minuten bei 180°C gebacken. Sie sollten buttrig-knusprig-vanillig werden, mit einer ganz leichten Süße durch den Saft. Junomanns Kommentar nach dem Probieren: „Lecker, aber irgendwas fehlt…“ Ja klar, der Zucker. Aber das ist ja auch der Sinn der Sache. Augustinchen fand sie jedenfalls sehr lecker, auch wenn sie einem Cupcake leider trotzdem keine Konkurrenz machen werden. Aber einem Hirsekringel bestimmt! Und zusammen mit Obst und einem kleinen Babychino (aufgeschäumte Milch pur, yeah!) ist das doch mal einer feiner Nachmittagssnack!

Und, habt ihr auch schon mal Baby-Snacks gebacken? Ich bin gespannt auf eure Rezepte, immer her damit! Und jetzt wünsche ich euch einen hoffentlich nicht allzu verregneten Sonntag!

Adieu und bis bald,

Eure Uschi

 

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Crincle Chocolate Cookies oder: Mal etwas GANZ EINFACHES backen

Letztes Jahr zu Weihnachten bekam ich von meiner Regina mit leuchtenden Augen ein rosa Buch voller süßer Träumchen in die Hand gedrückt – oder um es in ihren Worten zu sagen: „…es ist so herrlich rosa und inspirierend und rosa und lecker und rosa…“ Die Rede ist von Daniela Kleins „Klitzkleine Glücklichmacher“ von ihrem Ein klitzeklein(es) Blog.

Und nun, was soll ich sagen – es macht allein schon glücklich, wenn man es nur durchblättert. Wunderschön dekorierte Cupcakes, pastellfarbene Macarons, kunterbunte Cake Pops, mit Miniwimpeln bekettete Torten, Caramel und Schokolade fließt in zarten Tropfen…ähm, wo war ich?

Nun, das Buch ist ein Traum, allerdings muss ich ehrlich zugeben, macht es mich ein wenig ehrführchtig und so habe ich mich nie wirklich an eines dieser kleinen Wunder herangetraut…doch, es gab da ein Ereignis, welches ich schon fast aus meinem Gedächtnis verbannt hatte…es war im letzten Sommer und wir waren zur Schwiegeromas Gartengeburstagsfeier eingeladen und nun wollte ich Oma Gertrud mit Blaubeer-Cupcakes überraschen. Jetzt bin ich ja jemand, der Rezepte ursprünglich GENAU befolgen will und auf dem Weg dahin gerne abschweift, immer mit Ausreden wie „…naja, Himbeeren sind ja genau wie Blaubeeren…155ml Milch, ach 150 tun’s auch…Vanilleextrakt, die meint doch bestimmt Vanillezucker…“ Das Ergebnis waren damals zwar recht respektable Cupcakes, oder „Törtchen“, wie Oma Gertud sie dann nannte, allerdings musste mich zwischenzeitlich mein Juno davon abhalten, die Buttercreme vor Wut in den Ausguss zu kippen, nachdem er sich durch den Stapel an Plastikschüsseln zu mir durchgekämpft hatte und dabei Spuren im frischgefallenen Puderzuckerschnee auf dem Laminat hinterließ. Ja, ich war nach gefühlten 5 Stunden in der Küche gar nicht mehr so inspiriert und rosa-beflügelt, sondern beschloss, dass meine Talente wohl doch eher im Obstsalat schnippeln lagen.

Aber wie schreibt die liebe Dani doch so treffend in ihrem Buch: „Manchmal ist einfach der Wurm drin, es ist Montag, Vollmond und du bist mit dem falschen Fuß aufgestanden.“ So wird’s gewesen sein. Nun, nach ein paar Monaten Schmollen habe ich mir am Wochenende also wieder das wundervolle rosa Buch hervorgeholt und wollte diesmal etwas GANZ EINFACHES probieren, etwas was ich meiner lieben Nachbarin als Dankeschön für`s Babysitten schenken kann – und habe mich dann für die Crinkle Cookies entschieden. Die sind wundervoll schokoladig (werden nämlich auch mit flüssiger Schokolade gemacht…mmmmh), sehen aus wie kleine Brote und schmecken herrlich – und: meine Küche hat es diesmal auch überlebt.

Crincle Cookies

Für die Crincle Cookies benötigt ihr:

225 g Zartbitterkuvertüre, diese wird geschmolzen und nach dem Abkühlen mit 200 g Zucker (oder ein bißchen weniger, ich fand es ein wenig zu süß) und 60 ml Öl vermischt und dann mit 2 Eiern cremig verrührt. Dann kommt 1 TL Vanilleextrakt (oder Vanillezucker…und Regina verriet mir, dass sie immer Vanillepulver so nach Gefühl benutzt), 135 g Mehl, 1 TL Backpulver und eine Prise Salz dazu und alles wird zu einer homogenen Masse verarbeitet. Nun nur noch 75 g Walnüsse kleinhacken und unterheben. Dann aus dem Teig ca. 40 Kugeln formen und diese in Puderzucker wälzen. Im vorgeheizten Backofen für 12-14 Minuten bei 180 Grad Ober/Unterhitze backen.

Adieu und bis bald,

Eure Uschi