Eine Geschwisterreise nach Edinburgh

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Vor vier Jahren überlegte ich mir als große Schwester und Patentante, was ich meiner kleinen Schwester und meinem kleinen Bruder, die gemeinsam Konfirmation feierten, wohl schenken könnte. Geld? Zu unpersönlich. Schmuck? Verschwindet irgendwann. Bibel? Schenkt schon die Oma. Nein, es sollte etwas besonderes sein, etwas, woran sie sich auch später noch erinnerten. Also schenkte ich ihnen eine gemeinsame Reise und all die dazugehörigen, unvergesslichen Erinnerungen. Wir flogen damals gemeinsam nach London und reisten auf Harry Potters Spuren mit dem Zug nach Oxford. Und dann saßen wir am dritten Tag in einer nach Frittenfett riechenden Hostelküche und beschlossen, unserem Nesthäkchen irgendwann ebenfalls einen Städtetrip zu schenken. Rom, Paris, Dublin wurden in den Topf geworden, und schließlich einigten wir uns auf Edinburgh. So richtig weiß ich selbst nicht mehr, wie wir darauf kamen, aber dann war es beschlossene Sache und wir freuten uns 4 Jahre lang auf Schottland (und hatten unsere Mühe, uns nicht zu verquatschen, es sollte ja schließlich eine Überraschung werden). Nun wusste ich ja vor 4 Jahren noch nicht, dass ich dafür ein süßes 10 Monate altes Augustinchen zuhause beim Papa lassen müsste – hach, war der Abschied schwer. Augustinchen saß im Hochstühlchen und mampfte ihren Bananenhaferflockenbrei, ganz verwundert darüber, dass die Mama so sentimental ist und ihr jede Minute ein Küßchen gibt. Klammheimlich schlich ich mich dann mit meinem Köfferchen aus der Wohnung – Tür zu, Tränen runterschlucken und ab zum Zug nach Berlin, wo ich dann auf meine Geschwister traf.

Bei strömenden Regen wurden wir von Mama zum Flughafen gefahren, die uns zuvor schon mit dem Kommentar `Wenn dieser Flieger abstürzt, bin ich auf einem Schlag kinderlos` nervös gemacht hatte und von uns mit rollenden Augen und einem strengen `Mama` abgestraft wurde. Vorbei am superunfreundlichen Security Check in Berlin-Schönefeld (hüstel) und ab gings, für unser Nesthäkchen übrigens der erste Flug! In Edinburgh angekommen ging es zu unserer Ferienwohnung (klick), die wir über 9flats.com gebucht hatten und die anders als unser Kellerloch in London von vor 4 Jahren über ein eigenes Bad, Küche und ein supergemütliches Wohnzimmer verfügte, auf dessen Sofas man sich nach einem anstrengenden Sightseeing-Tag schmeißen konnte. Nun wollte es das Schicksal, dass am ersten Abend unsere deutsche Fußballnationalmannschaft gegen Brasilien spielte und wir uns das Spiel in der Sportsbar bei Nachos und Maccaroni Cheese anguckten – zusammen mit ganz vielen lustigen Schotten, die bei jedem Tor der deutschen Mannschaft feierten. Was für ein Start!

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Die nächsten drei Tage erkundeten wir Edinburgh entlang des idyllischem Water of Leigh, einem kleinen Bach mitten durch die Stadt, wir staunten und wunderten uns in der Gallery of Modern Art (highly recommended und kostet noch nicht mal Eintritt), schwitzten auf dem Weg hinauf zum Castle, knabberten unterwegs Short Bread, kühlten unsere Füße im Wasser der Nordsee am Strand von Portobello, erklommen bei schönsten Sonnenschein Arthurs Seat, einem Berg mitten in der Stadt, schlenderten durch die kleinen Gassen und Straßen der Altstadt, hier Closes genannt und verirrten uns im Labyrinth des Scottish National Museum.

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An unserem letzten Abend saßen wir geschafft und mit schmerzenden Füßen auf der Couch und schauten amerikanische Comedy-Serien (ich war zu schlapp, um kulturpädagogisch auf regional-britisches Fernsehen zu bestehen, Hauptsache Englisch, ne?) und es kam schon der schwache Einwurf meines Bruders, vielleicht doch einfach zuhause zu bleiben. Zum Glück rappelten wir uns doch noch auf, nahmen den Bus in das 10-Minuten entfernten Viertel Broughton, laut Reiseführer DAS Szeneviertel und setzten uns bei über 20 Grad vor das ‚Olive Branch‘. Nachdem es die Tage zuvor nur ‚bowls of chips‘ und homemade pasta aus unserer Ferienwohnungsküche gab, ließen wir es uns noch einmal richtig gutgehen. Glücklich und mit vollem Magen stiegen wir auf den Calton Hill, ein wundervoller Ort, um den Sonnenuntergang über Edinburgh zu genießen.

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Und trotz der ein oder anderen Zankerei um leere Colaflaschen und Chipspackungen im Wohnzimmer oder die Pärchendecken, die geteilt werden mussten, war es sicher ein Konfirmationsgeschenk, was wohl nie vergessen wird – ach, und auch ohne anstehende Konfirmationen ist die Geschwisterreise 3.0 schon geplant…als Orte wurden New York, Rom, die schottischen Highlands und ‚irgendeine südliche Insel‘ nominiert. Vielleicht habt ihr ja auch noch lustige Vorschläge?

Adieu und bis bald,
Eure Uschi

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3 Gedanken zu “Eine Geschwisterreise nach Edinburgh

  1. Das klingt super, ich liebe Schottland und vor allem Edinburgh und den Highlands war ich schon einige Male. Immer wieder toll dort. 🙂
    LG, Becky

  2. Pingback: Uschi und Reginas 12 von 12…also in Monaten…so wie ein Jahresrückblick…wegen Silvester und so! | Uschi&Regina

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