Uschi auf Kreta: Loutro und das Warten auf Pierce Brosnan

loutro von der fähre aus

Irgendwann geht auch mal der längste Urlaub zu Ende und plötzlich fallen uns so viele Dinge ein, die wir doch noch machen wollten. Unter anderem etwas nachholen, was wir beim letzten Mal Kreta nicht geschafft hatten – Loutro. Ein Ort, den man nur per Boot oder zu Fuß erreicht, denn es gibt dort keine Straßen oder Autos. Der Reiseführer beschreibt Loutro als verschlafenes Fischerdorf mit ca. 90 Einwohnern und etwa 50 Häusern, alle weiß mit blauen Fenstern. Voller Tatendrang und ohne große Erwartungen überlegten wir uns also, mit der Fähre dorthin zu fahren und zu übernachten – ein Kurzurlaub im Urlaub sozusagen.

Es geht morgens früh los, Wickeltasche, Bananen, Strandhandtücher und Zahnbürsten werden eingepackt, zum Frühstück gibt es was knuspriges Süßes vom Bäcker und dann geht’s mit Buggy und Kind auf zur Fähre, die zu unserer Überraschung recht leer ist. Nach drei Stunden fährt das Schiff eine scharfe Kurve und steuert Loutro an, das ganz versteckt in einer Bucht liegt. Die Häuser, tatsächlich alle weiß, sind im Halbkreis am Fuß der Berge angeordnet. Es fällt mir schwer, das Gefühl von Loutro in Worte zu fassen oder in Bildern einzufangen. Man fühlt sich wie auf einer einsamen Insel, irgendwie isoliert. Man kommt mit der Fähre und geht mit der Fähre, man ist automatisch verbunden zu den anderen Reisenden, läuft sich mehrmals am Tag über den Weg.

Da ist der kleine Juri aus Österreich mit seiner Mama, der seine Hirseflocken mit Augustinchen teilt, der junge dunkehaarige Kellner, der die neuen Vorräte von der Fähre mit dem Karren abholt, der coole Josh mit Strohhut aus England mit Mama und Oma, der Kakadu Coco, der auch miauen kann, die lauten amerikanischen Jugendlichen mit Rollkoffern, von denen einer, warum auch immer, mit blankgezogenem Hintern an uns vorbei läuft, das deutsche ältere Ehepaar, das sich schweigsam mit dem Fernglas die Ziegen auf den Bergen anschaut, der alte Grieche, der italienisch mit uns redet und Christina, die Trödel sammelt, das Café neben der Anlegestelle besitzt und wirklich fast jeden Besucher mit Handschlag verabschiedet. Wir hatten uns vorgenommen, ein Hotelzimmer zu suchen, das direkt am Meer liegt. Dadurch, dass jedes Haus in Loutro quasi direkt am Meer liegt, war das ein Leichtes. So wie dann also auch jedes Café, jede Taverne direkt am Meer liegt. Und dann sitzt man also in Christinas Café, das Baby schläft im Buggy, man schlürft eiskalten Fruchtcocktail, die 50er-Jahre-Italo-Western-Musik dudelt vor sich hin, man schaut auf die schaukelnden Boote und die kleinen Fische, die im glasklaren Wasser schwimmen, Coco pfeift den vorbeilaufenden Urlaubern hinterher und in etwa 5 Minuten wird Pierce Brosnan mit wehendem Haar auf seinem Motorboot in die Bucht fahren, um die Hochzeit seiner Tochter vorzubereiten. Ganz bestimmt…

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